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Interview: „Wir spüren eine grosse Solidarität“, Geschäftsführer Peter Müller

10. Juli 2020 – Sportchef Marc Eichmann und Geschäftsführer Peter Müller nehmen Stellung zu aktuellen Themen rund um die SCL Tigers.

Marc Eichmann, du bist seit gut zwei Monaten im Amt als Sportchef der SCL Tigers. Wie hast du dich in Langnau eingelebt?
Eichmann: Es war eine sehr spannende und intensive Anfangszeit bei den SCL Tigers. Aufgrund der unsicheren Situation wurden wir gezwungen, sehr flexibel und umsichtig zu planen. Ich fühle mich sehr wohl im Emmental und es macht Spass, in diesem motivierten und professionellen Umfeld zu arbeiten. 

Die Situation um Covid-19 war und ist unter anderem auch für den Sport eine herausfordernde Situation. Wie lief das Sommertraining?
Eichmann: Die Spieler sind die neue Situation sehr professionell angegangen und es herrschte während dem Sommer eine sehr positive Stimmung. Zusammen mit unseren Althletik-Coaches haben wir optimale Bedingungen schaffen können, damit sich die Spieler individuell auf die neue Saison vorbereiten konnten. Zusätzlich haben unsere Akteure auch einzelne Trainingseinheiten auf dem Eis in Burgdorf durchgeführt. Aktuell befindet sich die Mannschaft in den Ferien und halten sich selbstständig fit, bevor sie Ende Juli verschiedene Tests absolvieren werden. Mit dem ersten offiziellen Eistraining am 3. August 2020 starten wir unsere Vorbereitungsphase für die kommende Saison.

Die Coaches weilen derzeit alle in Schweden – nun hat der Bundesrat Schweden aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos als „Risikoland“ eingestuft, was bei der Einreise eine 10-tägige Quarantänezeit zur Folge hat. Was geschieht mit Rikard Franzén, Jens Nielsen und Viktor Alm?
Eichmann: Seit dem Entscheid des Bundesrates sind wir im ständigen Austausch mit unserem Coaching-Staff. Das Verständnis für die neue Ausgangslage ist gross. Entscheidend ist, dass wir beim offiziellen Trainingsstart am 3. August 2020 auf die komplette Trainer-Crew zurückgreifen können. Dementsprechend werden die Coaches nach Möglichkeit auch früher in die Schweiz reisen als bisher üblich war, damit die 10-tägige Quarantäne eingehalten werden kann.

Nach dem Abgang von Harri Pesonen in die KHL steht nun mit Robbie Earl noch ein Ausländer im Kader der 1. Mannschaft. Wie geht es ihm und werden weitere Ausländer verpflichtet?
Eichmann: Robbie geht es gesundheitlich gut und er freut sich, seine Mitspieler nach diesem langen Sommer wieder zu sehen. Unser Ziel ist nach wie vor, auf den Ausländerpositionen unseren Ambitionen gerecht zu werden. Wir sondieren den Markt und beobachten die Entwicklung in anderen professionellen Ligen sehr genau. Geduld und das nötige Fingerspitzengefühl ist in der aktuellen Situation sicherlich kein schlechter Ratgeber.

Peter Müller, die Rechnungen für die Saisonkarten wurden erst Anfang Juni verschickt. Wie läuft der Saisonkartenvorverkauf und wie sieht es im Vergleich mit den Vorjahren aus?
Müller: Vor gut einem Monat wurde der Verkauf gestartet, einen Monat später als in den Vorjahren. Aktuell sind ca. 2000 Abonnemente bezahlt worden, was ca. 2/3 des Wertes der Saison 2019/20 entspricht. Wir sind sehr erfreut über den Verlauf. Trotz der noch vorhandenen und leider wieder etwas zunehmenden Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Pandemie, stehen die Fans zu den Tigers und zeigen mit dem Kauf der Saisonkarte eine grosse Solidarität.

Die Solidarität im Umfeld der Tigers und in der gesamten Region ist riesengross. Was bedeutet das für die Tigers?
Müller: Uns ist es wichtig noch einmal zu erwähnen, dass wir eine grosse Solidarität spüren. Zum Beispiel die verschiedenen Aktionen wie der Soli-Ticket Verkauf unserer Fans wie aber auch die diversen Spenden helfen uns sehr, in der doch nicht einfachen Zeit mehr „Luft“ und Handlungsspielraum zu erhalten. Jeder noch so kleiner Beitrag ist hilfreich und motiviert uns zusätzlich, jeden Tag mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen das bestmögliche zu machen. An dieser Stelle danke ich nochmals allen herzlich für den unglaublichen Support.

Anfang April hast du mit deiner Einschätzung im Sponsoring mit Mindereinnahmen gerechnet. Hat sich das bestätigt oder wie ist die aktuelle Lage im Sponsoring der SCL Tigers?
Müller: Auch in diesem Bereich spüren wir eine sehr grosse Unterstützung und Solidarität. Die Pandemie hinterlässt ihre Spuren nicht nur bei den Tigers. Die ganze Wirtschaft wie aber auch die meisten Personen sind in irgendeiner Weise davon betroffen. Deshalb ist es mehr als Selbstverständlich, dass nicht alle Sponsoren das Engagement beibehalten können resp. zum Teil reduzieren müssen. Wir rechnen deshalb mit Mindereinnahmen.

Bei der gesamten Tigers-Familie und im speziellen bei den Fans besteht ein gewisser Nachholbedarf, die aktuelle Situation lässt allerdings viele Fragen offen. Können unsere Fans bald wieder Eishockey in der ILFISHALLE geniessen?
Müller: Wir werden oft gefragt, ob die Meisterschaft wirklich am 18. September beginnen wird und unsere Fans das Spiel in der ILFISHALLE besuchen dürfen. Aktuell sind bis Ende August Veranstaltungen nur bis maximal 1000 Personen mit Auflagen erlaubt. Welche Bestimmungen und Auflagen ab September gelten, ist noch offen. Unsere Vorbereitungen richten sich aber auf einen regulären Meisterschaftsstart aus. Auf Grund der doch noch grossen Unsicherheiten erarbeiten wir auch verschiedene Szenarien um gut vorbereitet zu sein. Unsere Aufgabe ist, die jeweiligen Entscheidungen und Auflagen zu akzeptieren und mit diesen Rahmenbedingungen die bestmöglich Lösung umzusetzen.

Hinsichtlich den Vorbereitungsspielen werden wir in Kürze informieren, ob und mit welchen Auflagen wir Fans an den Spielen zulassen dürfen.
Eine weitere, oft gestellte Frage ist diejenige nach dem Spielplan. Die Liga hat den Spielplan erstellt und auch verschiedene Szenarien hinsichtlich möglichen Verschiebungen des Meisterschaftsbeginn erarbeite. Sobald der Spielplan freigegeben ist werden wir diesen selbstverständlich veröffentlichen.

 

Die SCL Tigers wünschen allen einen tollen und erholsamen Sommer.